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vertikale Darstellung von Temperatur und Taupunkt

Wetterwissen > Wetterkarten

Diese Karten kennt man auch unter dem Namen "Radiosondenaufstiege", man lässt dafür einen mit Wasserstoff oder Helium gefüllten Ballon aufsteigen, an dem eine Funksonde befestigt ist. Diese Sonde liefert permanent Daten, die von der Empfangsstation aufgezeichnet werden. Die Windstärke und Windrichtung ermittelt man per GPS-Peilung. Die Ballone steigen bis ca. 18000m Höhe auf, wo sie zerplatzen. Die Sonde ist in Styropor eingepackt, damit sie den Absturz unbeschadet übersteht und wiederverwendet werden kann. Die Temps sind die wichtigsten Karten für die Gewittervorhersage, da man den Temperaturgradienten zweier Luftschichten sowie den Feuchtegehalt der Luftmasse sofort ablesen kann. Neben diesen Parametern sind noch einige Hilfslinien im Diagramm enthalten: Adiabaten (Aufstiegskurven für feuchtegesättigte und nicht feuchtegesättigte Luftpakete), Isothermen, Linien gleichen Mischungsverhältnisses (wichtig zur Berechnung des Convection Condensation Level (Untergrenze von Quellwolken)) sowie alle 100hPa eine Isobare. Will man nun die Untergrenze eines Cumulus bestimmen, so geht man vom Taupunkt (grau) in Stationshöhe parallel zu den Linien gleichen Mischungsverhältnisses (gelb gestrichelt), bis sich diese mit der Temperaturkurve (weiß) schneidet. Die Höhe des CCL (auf Deutsch: Kumuluskondensationsniveau, KKN) kann man anhand der Isobare am Schnittpunkt ablesen. Es gibt auch noch ein Kondensationsniveau für Schichtwolken, das LCL (Lifting Condensation Level). Man bekommt seine Höhe, indem man vom Taupunkt in Stationshöhe parallel zur Linie gleichen Mischungsverhältnisses nach oben rechts geht. Außerdem geht man von der Temperatur in Stationshöhe an der Trockenadiabaten (rot) nach links oben. Dort wo sich beide Linien schneiden, liegt das LCL (auf Deutsch: Hebungskondensationsniveau, HKN). Auf dem unten stehenden Diagramm ist das LCL und die Aufstiegskurve bereits eingezeichnet (blau gestrichelt). Man erkennt auf dem Temp auch noch andere Details: Zwischen 1000 und 900hPa liegt eine Schicht, bei der die Temperatur mit der Höhe zunimmt. Eine solche Schicht bezeichnet man als Inversion. Bereiche gleicher Temperatur bezeichnet man als isotherme Schichten. Im oberen Bereich des Diagramms stellt sich eine leichte Inversion bzw. Isothermie ein. Dort (bei 300hPa) liegt die Tropopause, die Übergangsschicht zwischen Troposphäre und Stratosphäre. Das Wettergeschehen (abgesehen von leuchtenden Nachtwolken) spielt sich ausschließlich in der Troposphäre ab.

 

temp12z

Man kann noch weitere für die Gewittervorhersage wichtige Größen anhand des Temps bestimmen, so zum einen die latente Wärmeenergie oder potentielle Energie (CAPE). Man geht vom CCL die Feuchtadiabate (grüne Linie) oder einer Parallele dieser aufwärts und berechnet die Fläche, die von der Aufstiegskurve und der Temperaturkurve eingeschlossen wird. Ist die Temperatur der Aufstiegskurve immer niedriger als die der Temperaturkurve, so ist die Energie negativ. Man spricht bei einer negativen Energie in Bodennähe auch von konvektiver Hemmung (Convective Inhibition, CIN oder CINH). Dieser Energiebetrag muss überwunden werden, damit ein Luftpaket das Niveau freien Aufstiegs (LFC, Level of free convection) erreicht und zu einer Gewitterwolke kondensiert. In diesem konkreten Fall ist keine potentielle Energie vorhanden. Das CCL liegt bei etwa 800hPa, das LCL bei 950hPa. Unterhalb der Inversion hält sich zäher Hochnebel, darüber (bis 730hPa) ist es stark bewölkt oder bedeckt (Unterschied zwischen Taupunkt und Temperatur (= Spread) kleiner als 3°C). Die Bewölkung ist ein Mix aus Stratus (tief), Stratocumulus (tief) und Altostratus (mittelhoch). Bei 430hPa liegt eine weitere Wolkenschicht. Es handelt sich dabei um Cirrus, eine hohe Eiswolke (-30°C). Will man die Obergrenze einer Quellwolke (Cumulus oder Cumulonimbus) bestimmen, so geht man vom CCL an der Feuchtadiabaten entlang, bis sich diese zum letzten Mal mit der Temperaturkurve schneidet. Diese Höhe bezeichnet man als Niveau des thermischen Gleichgewichts (Equilibrium Level, EL), ab dieser Höhe breitet sich die Gewitterwolke nach den Seiten aus, der Amboss entsteht. Ab einer ET (Equilibrium Temperature) von -10°C oder weniger muss man bereits mit Schauern rechnen. Für die Gewittervorhersage ist noch ein weiterer Parameter wichtig: das Niveau freien Aufstiegs (LFC). Man bekommt seine Höhe, indem man vom LCL der Feuchtadiabaten folgt, bis sich diese mit der Temperaturkurve schneidet. Auf diesem Diagramm gibt es kein LFC und kein EL, da keine Energie vorhanden ist. Im rechten Teil des Temps ist ein Hodogramm gezeichnet. Darunter befinden sich noch ein paar Werte: zum einen der K-Index (ein Labilitätsindex), der Totals-Totals-Index (auch ein Labilitätsindex) und ein weiterer Wert (PW), er gibt die ungefähre Hagelgröße an (nur bei Konvektion, sonst gibt's keinen Hagel).

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