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Die wichtigsten Karten dieses Typs sind die des 500 und 850hPa-Niveaus. Das 500hPa-Niveau liegt in ca. 5500m Höhe, das 850hPa-Niveau liegt in ca. 1400m Höhe. Auf der 500er Karte kann man abschätzen, wie sich das Wetter in den nächsten Tagen entwickeln wird (markante Druckgebiete sind auf Höhenwetterkarten besser zu erkennen als auf Bodendruckkarten). Das 500er Niveau repräsentiert die mittlere Atmosphäre, dort findet man die meisten Druckgebiete (ein Kaltlufttropfen oder ein Höhentief ist auf einer Bodenkarte nicht zu erkennen und trotzdem wetterwirksam, er kann z.B. im Sommer Gewitter auslösen; in der 500er Karte ist er leicht zu erkennen). Hier eine Beispielkarte:
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Man erkennt auf dieser Karte mehrere Druckgebilde. Die Gebiete niedrigen Geopotentials (dort werden die 500hPa in geringerer Höhe erreicht) sind Tiefdruckgebiete, die Gebiete hohen Geopotentials sind Hochdruckgebiete. Eine markante Isohypse (552 gpdam) ist schwarz eingezeichnet. Die weißen Linien sind Isobaren des Bodendrucks, sie erleichtern die Zuordnung von Ausbuchtungen in den Druckgebieten (bei Hochdruckgebieten spricht man von Rücken oder Keilen, bei Tiefdruckgebieten von Trögen). Ein Keil oder Rücken entspricht einem schmalen Bereich hohen Luftdrucks inmitten einer Zone tieferen Luftdrucks. Ein Trog entspricht einem schmalen Bereich tiefen Luftdrucks inmitten einer Zone höheren Luftdrucks. Die grau gestrichelten Linien sind Isothermen, sie lassen erkennen wo ein Kaltlufttropfen liegt. Über dem Westen Deutschlands liegt eine Isotherme mit -20°C, östlich davon ist es kälter, westlich davon ist es wärmer. Auf dieser Karte erkennt man ein markantes Hochdruckgebiet, welches einen Keil über Großbritannien besitzt (es hat ein Geopotential von über 592 gpdam). Da der Luftdruck in Bodennähe größer als 1015hPa ist, handelt es sich um ein reines Hochdruckgebiet mit großer vertikaler Ausdehnung (es befindet sich kein Bodentief darunter). Das Hochdruckgebiet über dem Südwesten Russlands sieht da schon anders aus. Es hat zwar einen Bodendruck von über 1030hPa, allerdings befindet sich darüber eine Zone tiefen Geopotentials und tiefer Temperaturen (unter -25°C), daher kann man dieses Hoch auch als Höhentief oder Kaltlufttropfen interpretieren. Während das Hoch im Westen Europas für klares und sonniges Wetter sorgt, wird es unter dem Hoch im Nordosten überwiegend bewölkt sein, vielleicht sogar regnen (ein Blick auf die Niederschlagskarte bestätigt diesen Verdacht). Diesen zwiespältigen Charakter des Hochs hätte man mit einer reinen Bodenkarte nicht erkannt. Westlich von Skandinavien befindet sich ein markantes Tief (Geopotential bei 496 gpdam, Bodendruck bei unter 970hPa). Dieses Tief hat einen ziemlich massiven Trog auf der Westseite (bis nach Grönland). Auf der Ostseite kann es keinen Trog entwickeln, da vor ihm ein Hoch liegt (das im Nordosten). Dieses Hoch wird das Tief wahrscheinlich nach Nordosten ablenken. Es fällt auf, dass sowohl die Isobaren als auch die Isohypsen sehr dicht beieinander liegen, betrachtet man den Bereich zwischen dem Hoch über Großbritannien und dem Tief über Island. In diesem Bereich wird der Wind gezwungen schneller zu strömen, die Windpfeile laufen auf eine Linie zusammen. Eine solche Engführung bezeichnet man als Konvergenz. Der Wind lässt sich dieses Spiel nicht gefallen und verschwindet einfach nach oben, daher sorgen starke Konvergenzzonen häufig für Schauer und Gewitter. Eine Begleiterscheinung von Konvergenzen, die sich über eine große Höhe erstrecken (hier kann der Wind nicht nach oben verschwinden, da es überall eng ist), ist sehr starker Wind (auf der Südseite des Islandtiefs tobt zum Vorhersagezeitraum ein Sturm, das Mittel in 10m Höhe ist ca.32 Knoten, entsprechend 60km/h, in Böen etwa das Anderthalbfache: 90km/h). Das entspricht schwerem Sturm (Windstärke 10). Weiter nördlich wird im Mittel Windstärke 9 (85km/h) erreicht, damit darf man dieses Tief als Sturmtief bezeichnen (entweder im 10minütigen Mittel Windstärke 9 oder Böen der Windstärke 11). Über dem Mittelmeerraum liegt ein großräumiges Tief, welches die Ursache für starke Gewitter im Südosten Griechenlands ist. Dasselbe Tief brachte nach einem Vorstoß sehr kalter Luftmassen in den unteren Luftschichten in weiten Teilen Deutschlands Schnee.
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Nun kommen wir zur nächsten Karte, der 850er:
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Auf dieser Karte sind die Isohypsen weiß gezeichnet und die Temperaturen in einer Farbskala dargestellt. Die Isothermen sind in 5°C-Schritten schwarz gezeichnet. Man erkennt Bereiche kalter Luft über Frankreich (unter 0°C) und relativ warme Luft über der Türkei (über 10°C). Man erkennt auf der 850er Karte die Druckgebilde wie auf der 500er Karte (nur ohne die Höhentiefs und Kaltlufttropfen). Die 850er Karte repräsentiert das unterste, nicht vom Erdboden beeinflusste Niveau. Daher kann man diese Karten gut zur Höchsttemperaturvorhersage benutzen. Über der Mitte Deutschlands sind es 1°C in 1480m Höhe. Bei trübem Wetter rechnet man pro 100m 0,6°C dazu (feuchtadiabatische Erwärmung), bei klarem Wetter 1°C (trockenadiabatische Erwärmung). Zur Zeit ist es ziemlich trüb, daher die 0,6°C pro 100m. Man würde so auf eine Höchsttemperatur von 8,4°C in 250m Höhe kommen ((1480-250)*0,006+1). Die reale Höchsttemperatur betrug aber nur magere 3,4°C. Was war passiert? Um diese Frage zu beantworten hilft nur ein Radiosondenaufstieg (Temp). Es kommt gerade im Herbst oft vor, dass es in der Höhe (1,5km) wärmer ist als am Boden. Man spricht von Temperaturumkehr (Inversion). Das Temp-Diagramm zeigt eine solche inverse Schichtung in etwa 500m Höhe, darüber kühlt es feuchtadiabatisch ab. Wenn eine Inversion gegeben ist, funktioniert das Verfahren zur Höchsttemperaturbestimmung in dieser Weise nicht! Man muss mit einem anderen Verfahren die Stärke der bodennahen Inversion berechnen und dann die Höchsttemperatur bestimmen. Ohne Rechnung geht es am besten mit Temps der Umgebung (die Stationshöhe ist unbedingt zu berücksichtigen!).
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