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Reiseberichte > Schweden 2001
Dienstag, 27.11.2001
Als wir heute morgen aufwachen und unsere Körper aus unserem Kombi wuchten, ist das erste, was ich denke: „Wow!!“ Vor uns erhebt sich majestätisch ein Berg, der Gipfel mit Schnee bedeckt. Es sieht so aus, als hätte jemand Puderzucker über die Spitze gestäubt. Wo sind wir hier nur? Als wir gestern Abend auf diesen Parkplatz gekommen sind, konnten wir natürlich in der Dunkelheit die Schönheit der Landschaft nicht wahrnehmen. Als wir jetzt die Umgebung inspizieren, finden wir dann auch einige Informationstafeln vor, die uns Aufschluss geben: Wir befinden uns am Eingang des Nationalparks „Skuleskogen“. Leider können wir uns hier nicht lange aufhalten; bis Stockholm haben wir noch einen weiten Weg vor uns. So steuern wir erstmal die nächste Tankstelle an, um Frühstück zu essen und setzen dann unsere Fahrt Richtung Stockholm fort. Die Autobahn führt uns direkt am Bottnischen Meerbusen entlang. Jetzt, bei Tageslicht; sehen wir wenigstens etwas von dieser schönen Landschaft. Ab und zu ragen kleinere oder größere Inselchen aus dem Wasser empor. Leider bleibt die Landschaft nicht so schön. Je weiter wir nach Süden vordringen, desto öfter durchfahren wir Industriegebiete und Großstädte. Als wir mal wieder in einer dieser Städte unterwegs sind, macht Peter eine Entdeckung: Die Ampeln leuchten viel intensiver; das Grün ist viel grüner und das Rot viel roter als bei uns zu Hause. LED sind des Rätsels Lösung.
Das Verkehrsaufkommen ist recht hoch im Vergleich zu Nordschweden. Ansonsten passiert während der Fahrt nichts Aufregendes mehr. Wir fahren und fahren und fahren.
Am späten Nachmittag folgt Peter einem Wegweiser nach Arlanda. Wie ich wenig später erfahre, ist das der Flughafen von Stockholm. Wir verkeifen uns dort das Kaffeetrinken; das ist uns auf Grund der Flughafenpreise zu teuer. Wir wollen aber nach der langen Fahrt mal eine Verschnaufpause einlegen. Wir sehen uns in diversen Souvenirgeschäften um, gehen mal hierhin und mal dorthin, genießen das hektische Treiben eines Flughafens. Da kommt sofort wieder Reisestimmung auf. Wir informieren uns rein interessehalber , was Inlandflüge kosten (wenn ich mich recht erinnere, ist das sogar recht preiswert). Zum Abschluss unserer Stippvisite statten wir noch der U-Bahnstation des Arlanda-Express einen Besuch ab. Der Zug macht einen hochmodernen Eindruck – ganz anders als in Deutschland; da sieht alles immer nur veraltet aus.
Dann geht unsere Fahrt weiter. Ich möchte jetzt die Hauptstadt Schwedens besuchen und bin voller Tatendrang. Am liebsten würde ich den nächsten Tag auch noch in Stockholm verbringen und mir dort die Füße platt latschen. Peter ist von der Idee gar nicht begeistert, würde lieber einen geeigneten Schlafplatz für uns suchen und so schnell wie möglich nach Hause gelangen. Schließlich lässt er sich dazu breitschlagen, diesen Abend noch nach Stockholm zu fahren, uns dort umzusehen, aber am nächsten Tag auf jeden Fall die Heimreise fortzusetzen. Das ist ein Kompromiss, mit dem ich leben kann. Gesagt, getan: Wir fahren also Richtung Zentrum. Unser Auto parken wir in der Nähe des World-Trade-Center. Moment mal – World-Trade-Center? Ich war der Meinung, dass es so etwas nur in New York gegeben hat. Na ja, wir auch immer; auf jeden Fall kann man sich das gut merken. Zuerst gehen wir mal zum Bahnhof. Das ist ja immer der zentrale Punkt und irgendwie Aushängeschild einer jeden Stadt. Dort sehen wir uns ein wenig um. Geschäftiges Treiben überall. Von hier aus starten wir dann unseren Streifzug durch die Stadt, die von Wasserstraßen durchzogen ist. In Stockholm erlebt man das Flair einer Weltstadt. Wir bekommen ja an diesem Abend nur einen kleinen Teil Stockholms zu sehen, aber der zumindest wirkt sauber, ordentlich, einladend. Obwohl die Geschäfte bereits geschlossen haben, ist die Stadt nicht menschenleer; im Gegenteil: Viele Leute sind hier noch unterwegs. Wir sehen uns natürlich die Altstadt an, die mit ihren urigen, engen Gassen absolut sehenswert ist. Auch begeben wir uns hier auf einen Schaufensterbummel, sehen uns die Ausstellungsstücke von Souvenirgeschäften an und sind begeistert von der oft sehr liebevoll hergerichteten Weihnachtsdekoration. Beispielsweise sehen wir durch das Fenster eines Süßwarengeschäftes ein mehrere Kilo schweres Marzipanschwein Marzipanferkelchen. Ein Kaufhaus fasziniert uns ganz besonders, weil wir den Eindruck haben, dass niemand dort vorbeigehen kann, ohne vor den Fenstern einen längeren Moment zu verweilen. So geraten auch wir in den Bann dieses Geschäftes. Sich bewegende Puppen spielen verschiedene Szenen nach Z. b. im Friseursalon, in der Backstube u. a.
Während wir durch Stockholm wandern, überqueren wir ja auch diverse Ampelübergänge. Dabei machen wir zwei Feststellungen:
Wir sind die einzigen, die vor einer roten Fußgängerampel stehen bleiben.
Auch die Fußgänger haben hier eine Gelbphase: Das Rotlicht der Ampel beginnt zu blinken und signalisiert so, dass sie gleich auf Rot stehen wird. Wir finden das sinnvoll und wünschen uns, dass so etwas auch in Deutschland eingeführt wird.
Zum Schluss gehen wir in Stockholm in einem SB-Restaurant noch etwas essen. Dann suchen wir unser Auto auf und verlassen Stockholm. Wir fahren weiter auf der E4, die uns zunächst nach Helsingborg bringen wird. Sehr lange fahren wir jedoch nicht mehr, da wir schon sehr viel Strecke zurückgelegt haben – mit dem Auto bis Stockholm und zu Fuß in Stockholm. Also sucht Peter wieder einen geeigneten Rastplatz, wo wir auch Toiletten in der Nähe haben. Den finden wir dann auch. Jetzt heißt es wieder: Gepäck vom Rücksitz auf den Vordersitzen verstauen, Luftbett aufpumpen (Achtung, laut, Schlafsäcke ausbreiten, es uns einigermaßen bequem machen. Dann: Augen zu und schlafen.