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Reiseberichte > Schweden 2001

Montag, 26.11.2006
Heute ist der Tag unserer Abreise gekommen. Da keine Wetterbesserung in Sicht ist und somit auch keine Aussicht auf Polarlichter besteht, wollen wir unsere Zeit in Skaulo auch nicht verlängern. Wir haben zwar die letzten Abende immer mit langen Gesichtern vor unserer Hütte gestanden und enttäuscht zur Kenntnis genommen, dass wieder keine Polarlichter zu sehen waren, weil der Himmel bedeckt war. Trotzdem haben wir keinen Grund, traurig zu sein, denn wir haben viel gesehen und erlebt: Elche, Rentiere, eine traumhafte Winterlandschaft, tagelange Schneefälle, einen kleinen Schneesturm, eine Hundeschlitten-Fahrt und eine Snowmobil-Fahrt.
Der Tag beginnt natürlich erst richtig mit einem guten Frühstück, und dazu gehört ein frisch gekochter Kaffee. Doch da stellen wir jetzt ein Problem fest. Der Schneesturm bleibt nicht ohne Folgen: Stromausfall!!!
Doch da diese Urlaubsreise anfangs wirklich eine Fahrt ins Ungewisse war und wir uns teilweise ausgerüstet haben, als würden wir auf eine Nordpol-Expedition gehen, haben wir natürlich auch eine Kaffeemaschine fürs Auto dabei., die man am Zigarettenanzünder anschließen kann. So kocht Peter also Kaffee für uns. Nach dem Frühstück waschen wir ab, laden unser Gepäck ins Auto, übergeben unseren Vermietern den Schlüssel und machen uns auf die lange Heimreise. Wir wählen aber nicht die Route, auf der wir hergefahren sind, sondern wollen der Hauptstadt einen Besuch abstatten. Das bedeutet, dass wir zunächst Richtung Luleå und dann am Bottnischen Meerbusen entlangfahren. Irgendwann, ziemlich zu Beginn unserer Fahrt, fängt es auch schon wieder an zu schneien. Wir fahren über Jokkmokk auf die Straße 97 Richtung Luleå. Die 97 bringt uns kurz vor Luleå auf die E4. Die E4 „bringt uns dann direkt nach Stockholm. Der Polarkreis auf dieser Strecke ist völlig unspektakulär. Keine Häuser, kein Café, kein Souvenirladen – nur ein Parkplatz mit den üblichen Hinweistafeln. Der Polarkreis-Übergang vor Jokkmokk, den wir auf unserer Hinfahrt überquert haben, ist anscheinend touristisch attraktiver. So halten wir dann auch nicht, sondern fahren zügig weiter. Währenddessen schneit es. Und es schneit und schneit und schneit. Die Flocken werden immer dicker; der Schnee scheint immer nasser zu werden. Die Fahrbedingungen werden durch die bald einsetzende Dämmerung nicht gerade besser. Später sehen wir in der Dunkelheit nur noch das dichte Schneegestöber und die Rücklichter eines vorausfahrenden LKW. Peter konzentriert sich unter diesen widrigen Umständen so sehr aufs Fahren, und auf die Straße, dass irgendwann die besagten Rücklichter des LKW scheinbar zu tanzen beginnen. Wir können nicht mehr weiterfahren, Peter braucht eine Pause. Hoffentlich erholt er sich schnell wieder. Nach einer Entspannungsphase und nachdem Peter seine Augen mal auf etwas anderes richten konnte, als auf die weiße Straße, geht es zum Glück wieder. Wir können dann unsere Fahrt fortsetzen.
Sonst passiert während der Fahrt nichts Aufregendes; ich bin geknickt, weil es jetzt nach Hause geht. In Boden kehren wir in einen Imbiss ein und stärken uns für die Weiterfahrt. Wir haben jetzt auch schon den Eindruck, dass sich der Schnee immer mehr mit Regen vermischt. Wir merken, dass wir gen Süden in wärmere Gefilde fahren. Da wir Stockholm heute nicht mehr erreichen können, suchen wir uns einen Parkplatz, auf dem wir unser Nachtlager aufschlagen können. Den finden wir dann auch. Doch Vorsicht ist geboten. Die Wetterkapriolen Schnee / Regen / Frost/ Tauwetter schaffen eine ziemlich rutschige Mischung. Während wir das Auto umbauen, um uns ein Nachtlager zu schaffen, müssen wir sehr aufpassen, damit uns der spiegelglatte Untergrund nicht zu Fall bringt.
Dann schlafen wir.

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