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Reiseberichte > Schweden 2001

Freitag, 16.11.2001
Heute morgen fahren wir erstmal Richtung Göteborg. Peter hat die Kälte der letzten Nacht so erduldet, ohne sich eine Jacke anzuziehen.
Auf schwedischen Strassen unterwegs zu sein, ist geradezu eine Wohltat. Auf deutschen Strassen rollen ja wirklich die Blechlawinen durchs Land und Autofahren wird zum Stress. Hier aber freuen wir uns jetzt über wenig Verkehrsaufkommen. Das ist ganz entspannend – besonders für Peter, der die ganze Zeit fährt.
20 km vor Göteborg, in Kungsbacka, fällt uns ein, dass wir uns ohne Bargeld irendwie so nackt fühlen. Daher suchen wir dort erstmal einen Geldautomaten und besorgen uns etwas Bargeld. Man kommt hier zwar fast überall mit der Kreditkarte gut weiter, aber wir wollen nicht für jeden Kleinkram, wie z. B. 2 Tassen Kaffee, die Kreditkarte zücken. Die günstige Parkgebühr von 1 Krone versetzt uns in Erstaunen; das sind umgerechnet 25 Pfennig. In Deutschland ärgern wir uns immer über sehr viel höhere Preise.
Wir fahren dann weiter auf der 45 Richtung Vänersborg, anschließend Richtung Karlstad entlang am Vänersee. Ich bin etwas enttäuscht, da wir den See kaum zu Gesicht bekommen. Auf der Karte hat es so ausgesehen, als wenn die Strasse direkt am See entlang führen würde, aber es liegt wohl zwischen Straße und See noch ein Feld und ein Wald.
Unterwegs kaufen wir in einem Supermarkt etwas Reiseproviant ein: Äpfel, Joghurt usw. In Mellerud müssen wir dann schon wieder tanken. Bei McDonald essen wir dann noch etwas, bevor wir weiterfahren. Die Tage sind jetzt merklich kürzer, die Dämmerung beginnt bereits um 15:30 Uhr. Ein paar Worte zur Landschaft: Viele Wiesen, hin und wieder ein See. Wir fahren weiter Richtung Mora. Um 17:00 Uhr ist es stockdunkel. 150 km vor Mora sichten wir den ersten zarten Schnee. Links und rechts der Straße sind jetzt keine Wiesen mehr zu sehen, nur noch Wald, Wald und nochmals Wald.. Der Wald besteht in erster Linie aus Kiefern, hin und wieder mischen sich aber auch ein paar Birken darunter. Andere Bäume sieht man hier kaum noch. Die Außentemperatur bewegt sich zwischen 0° und -2° C hin und her. In der Einöde sieht man ab und zu einige Häuser stehen. Auch in kleineren Ortschaften sind viele kleine Häuschen zu sehen (keine Wohnblocks, so wie man sie von Deutschland her kennt). Man hat den Eindruck, dass jeder hier sein eigenes Häuschen hat. Bei Dunkelheit sieht das besonders gemütlich aus; kein kaltes, sondern warmes Licht erleuchtet die Fenster, vergleichbar mit kerzenlicht. Außerdem scheint bei Dunkelheit niemand mehr sein Haus zu verlassen. Die Straßen sind nahezu leer. Wir fahren jetzt auch schon Richtung Östersund; aber es ist schon, wir sind den ganzen Tag gefahren und steuern daher kurz vor Sveg eine Parkbucht an. Das soll unser Schlafplatz für die nächste Nacht sein. Insgesamt haben wir heute eine sehr lange Etappe zurückgelegt (von Malmö bis Sveg).
Diesmal sind wir, was die Übernachtung betrifft, schlauer: Wir kuscheln uns in unsere Schlafsäcke und schlafen auf den vorderen Sitzen. Das ist zwar unbequemer, da man sich nicht komplett ausstrecken kann, aber zum Ausgleich dafür ist es wenigstens warm. Von Zeit zu Zeit lassen wir während der Nacht die Standheizung laufen, damit das Autp nicht zu sehr auskühlt. Vor dem Schlafengehen platziere ich neben dem Auto noch eine angebrochene Packung Trinkjoghurt. Draußen ist er besser aufgehoben, nur für den Fall, dass er umkippt.

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